Sammeltrieb

Eichhörnchen und Hamster
gelten im Tierreich als Sammler. Die putzigen Nager tun dies hauptsächlich aus dem Trieb zur Selbsterhaltung heraus und ihre Sammelleidenschaft beschränkt sich hauptsächlich auf Essbares. Und damit willkommen im Fundament einer Überleitung, vom Nager zum Petrolhead. Ich zähle mich hauptsächlich zur letzteren Spezies und auch ich sammle gerne. Bzw. ich würde gerne sammeln (und lieber Autos wie Briefmarken). Denn, im Gegensatz zum Hamster liegen meine Objekte der Begierde nicht in einem Futterschälchen aus Keramik, sondern überall auf der Welt verstreut. Und damit nicht genug, ich muss meine Sammelsurien auch noch bezahlen, im Gegensatz zum Hamster, welcher im besten Fall seinen Krempel täglich serviert bekommt. Und ich kann mir meine heiss geliebten Autos nicht in die Backen stopfen, auch wenn man zu meiner Schulzeit anderer Meinung über die Kapazitäten meiner Gesichtskotflügel war. Ja, jetzt ist es raus, man nannte mich auf dem Schulhof Hamster.


Was mach ich denn jetzt?
Nun, man müsste meinen, so eine Sammelleidenschaft zu bedienen ist lediglich eine Frage des gut gefüllten Bankkontos und einer reichlich dimensionierten Garage. Und da fängt mein persönliches Dilemma an. Und ich bin überzeugt, nicht nur meins, vermutlich ist dies das Dilemma von 99% aller Petrolheads, die Brieftasche ächzt unter den Anforderungen, die man für den Gegenwert von 10-20 Autos so erwartet. Und letztens liess ich mir von einem erfolgreichen Sammler die Jacke vollheulen, darüber, dass er seine Garage (für 12 Fahrzeuge) zu klein gebaut hat und dass er sich jetzt von einem seiner Stücke trennen müsse, sollte denn der Neuzugang nicht im Regen stehen müssen. Da dieser Sammler zu dem einen Prozent gehört, welches eben Sammeln kann, war ich auf sein Problem extremst neidisch. Ein echtes First-World Problem. Gleichzeitig zerplatzte mein Traum von der Autosammlung (so ca. 100 Stück sollten für den Anfang reichen) wie eine bunt schillernde Seifenblase. Bam. Das wird nix.



Ideen
Wie man zu der nötigen Liquidität kommt, um eine standesgemässe Fahrzeugsammlung aufzubauen, darüber hatte ich schon viele Einfälle und vor allem flogen dabei auch richtig dusslige Ideen durch den Gedankenhorizont. Der Klassiker; Banküberfall. Leider ist diese spontane und sehr schnelle Form der Beschaffung von finanziellen Mitteln in der Gesellschaft nicht sonderlich gut akzeptiert. Es kommt auch dazu, dass Banken heutzutage mehr Kapital in Form von Druckertinte in den Filialen horten wie Bargeld. Und vermutlich funktioniert das nicht, wenn man in einer Bank ein Post-It rüberschiebt, auf dem steht:" das ist ein Überfall, gebt mir bitte alle Druckertinte die ihr habt. Und keine Polente!". Bestenfalls kriege ich die Adresse vom nächsten Mediamarkt auf die Rückseite des Zettelchens geschrieben. Und dann kommt das nächste Problem, Druckertinte ist keine anerkannte Währung im Erwerb von mobilen Kostbarkeiten.


Lotto gehört auch zu jenen verzweifelten Ideen, welche immer mal wieder aufkeimen. Zack, und völlig unverhofft steht eine Europallette voll Kohle vor der Tür und man weiss nicht wohin damit. Klar. Was auch klar ist, nicht auf eine Bank, die haben die Keller ja schon voll mit renditestabiler Druckertinte. Aber auch das ist eine leicht von Märchen behaftete Idee. Passiert eigentlich nie und die Kohle, welche man in Lottoscheine investiert, würde man besser zur Seite legen, irgendwann reicht's vielleicht für einen fahrbaren Untersatz, also ein Bobbycar, ein Kickboard oder einen von der Armee ausgemusterten Gurkenlaster.

Schneeballsysteme sind auch beliebt, wenn es darum geht, schnell eine Menge Kohle zu machen. Wer hat ihn nicht, diesen flüchtigen Schulfreund, welcher mal abends auf einen Kaffee vorbeikommen wollte, um ganz unverbindlich über eine ganz tolle Geschäftsidee zu sprechen. Und dann sitzt er da und labert dir ein Ohr ab, darüber dass er ein Schweinegeld damit verdient, Leuten ein Ohr abzukauen und sie dazu zu bringen, sich sein Schweigen und das Verlassen der Wohnung mit Kohle zu erkaufen, welche er dann gewinnbringend in den Typen investiert, welcher damals ihm ein Ohr abgekaut hat. Und nicht vergessen, das ständige Tippen mit dem Finger im schnieken Hochglanzprospekt mit der Yacht vor Saint Tropez und dem Typen mit der Silikonblondine auf dem Deck aus Teak (#moneyandbitchesfortherichest #yolo). Jedoch, wer auch nur ein ganz klein wenig etwas von Betriebs- und Finanzwirtschaft versteht merkt schnell, dieser Knallkopf ist da selber in etwas reingeraten, was man schlicht nur als finanziellen Selbstmord bezeichnen kann. Dafür sprechen die Schweissperlen auf seiner Stirn und die Tatsache, dass er damals in der Schule schon nicht besonders gut rechnen konnte.

Arbeiten scheint das einzige zu sein, was tatsächlich wirkt, wenn es darum geht, ein Einkommen zu generieren, welches so eine Autosammlung abstützt. Und da bin ich wieder in meinem Dilemma, in diesem Leben kann ich gar nicht mehr so viel arbeiten, als das ich mein 100er Sammlung dann irgendwo in Saint Tropez auf den Schleppkahn meiner Yacht packen kann. Schlussendlich ist arbeiten aber immer noch die pflegeleichteste Lösung, lange bevor man bunte Druckertinte schwarz verticken oder bei fremden Leuten mässigen Kaffee trinken muss.


Die Erkenntnis
Und damit bin ich beim heutigen Wort zum Sonntag an dem Punkt, an dem ich, bzw. wir vor einem knappen Jahr gewesen sind. Nachdem wir im Kreis von einigen  Petrolheads immer wieder mal jene Luftschlösser bzw. jene fiktiven Autosammlungen gebaut haben, hatten wir den Kanal voll davon, in jenen Luftschlössern zu wohnen. So ging's also nicht weiter, wir wollten handfestere Dinge, wir wollten Lenkräder in den Fingern und den Geruch von Betriebsmitteln um uns herum haben. So fingen wir an, einmal die Woche zusammenzusitzen und an ein paar völlig bekloppten Ideen rumzuspinnen und das verrückteste Zeug kam dann bei raus, wenn wir es am wenigsten erwartet hatten. Wir taten zwar immer noch dasselbe wie davor, wir bauten weiterhin an einem Luftschloss, nur dass wir dieses mal den Plan dazu auf Papier brachten. Spannende Angelegenheit.

Das Ziel
Die Bude voll mit Zeug, welches Kraftstoff verbrennt. Unseres und jenes von anderen Petrolheads. Das Zeug soll schön, laut, mechanisch, ästhetisch, gefährlich, schmeichelnd, zuckersüss und höllisch scharf sein. Es soll uns alle zu Diskussionen und zum rumgeiern anregen. Alle Beteiligten sollen so viel Spass wie möglich dabei haben. Das ist eigentlich schon alles. Achja, wir essen und trinken auch gerne mal was. Und nein, es ist nicht unbedingt ein Salat mit einem geschmacksneutralen Mineralwasser. Oh, und nie wieder Anzüge.



Ein Höllenspass
Dieses letzte Jahr der Planung rund um unser kleines Projekt war eine Fahrt mit einigen Hochs und Tiefs, aber wir hatten immer genug Auftrieb um die Kuh am Fliegen zu halten. Und wir hatten immer wieder Leute um uns rum, welche uns unterstützt haben, mitgearbeitet haben, unsere Ideen begeistert weitergesponnen haben und immer noch weiterspinnen. Anscheinend haben wir mit unseren Spinnereien eine Menge Nerven getroffen, eine Menge Benzingespräche haben stattgefunden, was haben wir auch hysterisch gelacht. Wir haben dabei Kooperationen und Partnerschaften beschlossen und persönliche Horizonte erweitert. Die Mischung dieser Leute empfand ich als das spannendste und auch produktivste, jeder hatte sein persönliches Einhorn, welches er mal besitzen oder mindestens fahren möchte, Alfas, Chevys, Ducatis, BMW's, Minis, Harleys, Mopars, mehr CD's, Moto Guzzis, einmal quer durch alles hindurch. Und plötzlich schien es greifbar. In einem Raum voller mobiler Träume zu stehen, einem Raum zu dem man einen Schlüssel und den Code für die Alarmanlage hat.

Was passiert denn jetzt?
Aktuell haben wir uns in die Mühlen der Bürokratie gestürzt. Gründungspapiere, Statuten, Anteilsscheine, Notare und was weiss ich noch alles. Diese Woche habe ich erstmal 25 Seiten Papier auf die Post gewuchtet. Das Ziel dieses Papierkriegs wäre, dass man uns die Freiheit gewährt, ein Unternehmen zu betreiben, welches Leute wie uns glücklich macht. Und damit meine ich nicht nur uns als frischgebackene Unternehmer, damit meine ich auch Leute wie dich, jene welche Spass an Autos, Mopeds, Baggern, Panzern, Booten, Motorsägen und 180 Kilogramm schweren Schinkenschneidemaschinen haben. Wir sind keinesfalls die Benzinmessiasse, aber wir sind mit unseresgleichen unterwegs auf eine Reise mit einem klaren Ziel; ein Raum voller Zeug, welches man volltanken kann. Und wir grillieren auch mal was. Lasst euch überraschen. Wir tun's auch.
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Über Duck@Cars

Mit dem Drehmomentschlüssel in der Hand zur Welt gekommen, aufgezogen mit Super verbleit. Wenn andere mit Lego gespielt haben, hat er Reifen gestapelt. Das ist Duck. Und das ist Quatsch. Tatsächlich ein Bürohengst der IT-Sorte, gerne und viel unterwegs und noch viel lieber hinter seinem Instrument. Benzin im Blut. Maschinen im Kopf. Rad ab.

2 Kommentare :

  1. Ich würde Dir jetzt zu gern eine Aufforderung schicken, mir die Unterlagen zuzusenden.
    Aber ich gehe davon aus, dass der "Raum voller Träume" sich nicht in Deutschland befinden wird. :(
    Das hört sich alles sehr spannend an, bitte mehr Informationen! ;)
    Habt ihr schon eine Halle? Eine Liste der Fahrzeuge, die initial dort hinein sollen? Eine Fahrzeugeinkaufsliste?
    Gibt es eine Gewinnerzielungsabsicht oder wird es eine Art Timesharing in geschlossenem privaten Kreis?

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    1. Unterlagen sind in Arbeit und werden dann auf Wunsch auch verschickt, bitte Geduld ;-). Unser Domizil wird in der schönen Schweiz sein. Die Antworten in der Reihenfolge deiner Fragen; Ja, nein, Nur Fi**en :-D. Ernsthaft, keine Halle, jein, je nach Angebot. Ich geb' die nächsten Wochen dann noch mehr Infos ab :-).

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Kommentare und Kritik sind immer herzlich willkommen. Grundsätzlich wird jeder Kommentar veröffentlicht und ggf. spiele ich auch noch Senfautomat. Auf verletzten Markenstolz gehe ich aber idR nicht ein.
Nicht veröffentlicht wird all jenes Zeug, welches unsere geschätzten Rechtsverdreher so zum Leben benötigen. Dazu gehören Beleidigungen, Verleumdungen, Rufmord etc.

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