Petrolheads Paradise

Vorwort
So, wir sind mal wieder im Land der unbegrenzten Bescheuertheiten angekommen und ich fühl mich hier schon wieder pudelwohl. Die erste Schiesserei vor der Haustür ist auch schon über die Bühne, inkl. Weckdienst morgens um zwei von einem weiblichen Officer mit dem Charme einer Tüte Eiswürfel. Gib mal im Halbschlaf eine internationale Handynummer an, keine Ahnung wen die Cops dann vielleicht nochmal anrufen, aber von uns wird's wohl niemand sein. Der Plan vom ersten Tag; Autos gucken. Und transpirieren, jedenfalls ausserhalb unserer Mietkalesche. In welcher ich übrigens gerade jetzt sitze, dieses Sofa mit Rädern lässt tatsächlich die Bedienung einer Tastatur auf dem Sozius zu.

Schönes
Die Showräume haben einfach etwas hier. Es riecht halt einfach nicht nach neuem Plastik, Leder und dem Rasierwasser von übermotivierten Verkäufern, sondern nach Benzin, Öl und ein wenig nach Pumakäfig. Und in allen Ecken blitzt das Chrom von mehr oder weniger gepflegten Klassikern.


Petrolheads Paradise!

  
Kurioses
Abends braucht man ja was ordentliches was zu Essen, sagt jedenfalls meine Mama immer. Also, blieb uns fast nix anderes übrig, als eines jener berüchtigten Steakhäusern zu besuchen und ein ordentliches Stück Fleisch zwischen die Kiemen zu schieben. Auf dem Rückweg von einem dieser Grillhäuschen mit gedämpfter Beleuchtung trafen wir dann unverhofft auf dieses Schmuckstück am Strassenrand.



Ein gefakter Plymouth Roadrunner mit 440er Maschine drin. Und nem fairen Preis.


Zitronengelb und mit einer richtigen Müpmüp Hupe.


Der Innenraum hätte ein wenig Liebe verdient, als Mülleimer ist er irgendwie dann doch etwas schade.



Der Typ, der das Auto verkaufen wollte war gerade dabei einen Behindertenparkplatz auf seinen Vorplatz zu malen und damit von der voll vertrauenswürdigen Sorte, vor allem aber war er ein wenig voll. Oben ohne, nach Bier und Männerschweiss riechend und vor allem, er wusste zufälligerweise gerade nicht, wo der Fahrzeugschein von dem Schlitten war. Aber irgendwo musste er schon sein. Bei nem Kumpel. Oder vielleicht auch in Kuba, man wusste es nicht genau. Dass wir beim parken fast sein dispersionsfarbenes Kunstwerk auf dem Parkplatz ruiniert haben, nahm er uns nur ein klein wenig übel, er fuchtelte jedenfalls ein wenig bedrohlich mit seinem Farbroller umher. Aber er war sich Rückschläge anscheinend gewöhnt, sein letztens Business mit Koks und Nutten lief anscheinend auch nicht wirklich gut, er habe eine Million Dollar investiert und schlussendlich blieben nur seine langen, grauen aber fast flächendeckend wachsenden Haare, die meisten Zähne und ein Hund. Also schraubt er heute an alten Mopars rum und wäscht diese Sonntags, am liebsten oben ohne, das bringe ihn in die Zeit zurück, als er sechzehn war. Aber das Auto war wirklich nicht übel, solides Blech rundum und ne Menge Liebe eines sympathischen Lebenskünstlers steckte in dem gelben Schlitten. Vielleicht gehen wir nochmal kucken und schauen, ob der Fahrzeugschein wieder aufgetaucht ist oder ob er doch noch in der Sockenschublade von Fidel Castro steckt.

Erfreuliches
Erfreulich waren die Funde, mit welchen wir nicht gerechnet hatten. So z.B. dieser 64er Dodge Polara mit einem 426er Max Wedge V8.




Ursprünglich als Rennwagenbasis gebaut und dann doch für den Strassenverkehr zugelassen. Auf den Fotos mag der Kübel die eine oder andere Nase zum Rümpfen veranlassen, aber in echt hat dieser böse Bube die Präsenz einer schwedischen Metalband in einer Kirche. Bad Ass Car vom allerfeinsten. Und in einem erfreulich guten und authentischen Zustand. Wäre ich V8-technisch nicht schon versorgt, ich müsste das Ding hier haben. Unbedingt.




Ich müsste ihn schon alleine deswegen haben, weil diese zwei Vierfachvergaser bereits im Cruisemodus mehr Sprit runterziehen als ein Bagger unter Vollast.

Weniger erfreulich
… war der Besuch bei einem Händler, der anscheinend absolut keine Motivation hatte, uns zu begrüssen, zu fragen, was wir wollen, uns etwas zu zeigen und anscheinend auch nicht, um seine Ausstellung gelegentlich zu putzen. Nach 15 Minuten waren wir da wieder weg, auch wenn dort doch auch noch das eine oder andere Schmuckstück zu finden war, wie z.B. dieser Playmouth Savoy, der grösstenteils baugleich war mit dem Polara.


Auch dieser böse Bube wusste wo der Frosch die Locken hatte, nämlich an seinem Hinterreifen.


Such den Frosch!

Achja, und dann stand dort noch so etwas wie ein Panzer. Panzer!!!


Morgen geht’s dann weiter, ich muss jetzt erst mal das Ableben meines grössten Helden runterschlucken, das hat mir schon ein wenig die Euphorie des Tages gedämpft. Ruhe in Frieden Keule.   
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Über Duck@Cars

Mit dem Drehmomentschlüssel in der Hand zur Welt gekommen, aufgezogen mit Super verbleit. Wenn andere mit Lego gespielt haben, hat er Reifen gestapelt. Das ist Duck. Und das ist Quatsch. Tatsächlich ein Bürohengst der IT-Sorte, gerne und viel unterwegs und noch viel lieber hinter seinem Instrument. Benzin im Blut. Maschinen im Kopf. Rad ab.

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