Motorisierte Hauptdarsteller - 8. Teil

Vorwort
Grosse und kleine Jungs stehen meistens auf schwarze, schnittige Autos. Und sie stehen auf Heldenkram. Und auf bauchfreie Mädels. Wenn nicht vor Knight Rider, dann sicherlich danach. Ich kenne wirklich absolut niemanden, an dem diese Serie ohne bleibenden Eindruck vorbeigegangen wäre. Und ja, man kann Knight Rider lieben, man kann die Serie aber auch abgrundtief verachten. Ich zähle zu den ersteren :-).

Ich verzichte heute auf den Spoileralarm, wer das noch nie gesehen hat, hat auch die Erfindung des Fernsehers verpasst.

Knight Rider
Er kommt...


Und wie er kam. Die Serie war ein ungeahnter Erfolg auf der ganzen Welt. Sei dies für Pontiac, die Fernsehanstalten, den damals noch unbekannten David Hasselhoff und vor allem für die Haarpflegeindustrie.


Das Intro


Na, wer kann den Text vom Intro noch auswendig??

Die Hauptdarsteller
The Hoff himself!

hier bereits am üben für zukünftige Zeitlupenaufnahmen am Strand.
Der Hoff spielt hier die Rolle, die neben dem lebensrettenden Bademeister an seiner Backe klebt wie Burgersosse. Er kämpft gegen das Unrecht und hebt sich damit in den Status eines modernen Robin Hoods mit Lederjacke und Brusthaarteppich. Und er hat die Helmfrisur in den frühen 80ern perfektioniert.

modisch kurz.
mit Wella Volumenshampoo
Die Haare streuen schon ins Gesicht
Ich hab nix getrunken!!
Michi war schon ein toller Hecht. Er hatte das geilste Auto und konnte trotz seinem lulatschigen Auftreten jede Schnitte knutschen, die auch nur im Entferntesten eine tragende Rolle hatte. Ausser eben die beiden Mechanikerinnen, die liessen ihn trotz seinen Charmegewittern immer abblitzen.

Devon Miles
Der Chef. Und wie es sich als Chef so gehört, fährt Devon entweder ein schickes SL Cabrio oder lässt sich in der Stretchlimo herumkutschieren.

Der Chef fährt Benz!

 

Devon ist quasi der CEO von der Foundation für Recht und Verfassung und seine englische Herkunft prädestiniert ihn dafür, besorgt in der Gegend rumzukucken. 
 
Devon ist besorgt. Oder sauer. Oder müde.  

Devon ist aber auch ein ganz fieser Chef, so lässt er Michael regelmässig während seinen Urlauben antraben, um entweder auf dem feudalen Firmensitz den englischen Rasen zu mähen oder irgendwelche böse Jungs ins Kittchen zu bringen.

Michael, sie müssen ins Hauptquartier kommen. Der Rasen steht zwei Millimeter über normal und ich mache mir grosse Sorgen!

Dr. Bonnie Barstow
Die Mechanikerin der ersten Stunde. Wenn sie nicht gerade an K.I.T.T. mit futuristisch anmutenden Geräten herumfrickelt, arbeitet sie in ihrer Freizeit auch im Interesse von Michael an einem Hochleistungsfön.

ein wahrer Haartsunami!
Bonnie ist die gute Seele der Firma, sie kümmert sich um KITT und auch mal um Michael, jedoch immer mit dem gebührenden Abstand. Sie lässt den Michi nämlich nie ran.

April Curtis
April war in der zweiten Staffel der Ersatz für Bonnie. Ihre Aufgabe ist exakt dieselbe wie jene von Dr. Barstow (siehe Stellenbeschreibung). Jedoch unterscheidet sich April in einem Punkt gewaltig von Bonnie.

Haarstudio Rebecca?
April zeigt viiiiiel mehr Haut!

Rrrrrrr.....
Und was zieht das männliche Publikum noch mehr vor den Fernseher, als eine gutaussehende Frau, die an einem Pontiac rumschraubt? Genau, dieselbe Frau mit bauchfreien Tops. Und April bastelt wohl auch gerne an einem dicken Fön. Sehr fön, ähm fein.

Reginald Cornelius III.
Regi kam irgendwann in der letzten Staffel dazu. Seine Rolle war mir nie ganz klar, weil er auf der Verbrecherjagd nur eine nervige Zwiebackfräse mit 125ccm fahren durfte und meiner Meinung nach nur zum Kaffeeholen eingestellt wurde. Auch wenn er nicht einmal einen Kaffee geholt hat.



K.I.T.T.
Obwohl das für die meistens Leser vermutlich völlig sinnlos ist, schreib ich jetzt trotzdem, wofür K.I.T.T steht. Für Kindisch Interagierender Tunten TransAm.


Ok, das ist jetzt ein bisschen fies. Damals als junger Zuschauer fand ich die Plauderei von K.I.T.T nämlich sensationell. Was habe ich mir gewünscht, dass mein bester Freund und Kumpel ein schwarzer TransAm ist, der mich während der Fahrt auch noch unterhält. Sehe ich mir die Serie heute (liebend gerne) mal wieder an, dann muss ich über dieses dauernde Gezicke von dem Schlitten immer wieder schmunzeln. Erinnert entfernt an Bruce Darnell.

Nüchtern betrachtet ist K.I.T.T "nur" ein 1982er TransAm GTA von Pontiac mit einem dezenten Bodykit an der Front und dem Scanner eines Zylonen aus Kampfstern Galactica im Kühler. Fertig war das Auto, welches heute jeder als K.I.T.T kennt, weniger denn als ein Pontiac.

Für die Aufnahmen wurden bekanntermassen zahllose Autos geschrottet, Turbo Boost sei Dank:

Autsch...
Dass die Sprünge bzw. die Landungen ihren Tribut forderten, war auch in der Serie kein grosses Geheimnis. Wie oft wurde der Schnitt auf den Hoff gelenkt, wie er sich unangeschnallt mal kurz im Sitz geschüttelt hat, nur um danach weiterzufahren als wäre nix gewesen. Real gesehen wäre Michi schon in der zweiten Folge wieder im Krankenhaus gelegen. Und man sah auch so manchen Vorderbau des Autos kollabieren.


Aber der Rächer der Entmutigten wäre ja nicht der, der er war, wenn er denn so einen Stunt nicht wie ein Mann weggesteckt hätte. Und das Auto war ja sowieso nicht kleinzukriegen. Meistens jedenfalls.


Verfolgungsjagden gehörten zu jeder Folge wie der Käse auf die Canneloni. Und dabei hat man's auch ordentlich krachen lassen, Carey Loftin sei mal wieder Dank. Untermalt wurden die Szenen immer vom selben nervösen Synthiegeklimper und zupfigen Bassläufen, daran liess sich auch vom Keller aus erkennen, dass im Wohnzimmer Knight Rider lief.

Weniger gut steckte das Budget den hohen Verschleiss an TransAms weg. Die Produzenten mussten sich etwas einfallen lassen, wollten sie nicht pleite gehen. Und sie liessen sich eine Menge einfallen.


Man liess einfach ferngesteuerte Autos über kleine Papprampen springen, das war definitiv billiger als einmal den Turboboost Knopf drücken und dann das nächste Auto aus dem Trailer holen. Auch fing man damit an, Dunebuggys mit TransAm Kunststoffkarosserien zu versehen, der flache Unterboden verrät diesen kleinen Trick und irgendwie musste ja man den kleinen Boxer im Heck verstecken. Auch der Sack wurde immer auffälliger;

es fährt: Ein Sack.
Der Sack ist eigentlich ein Stuntman, der sich als Fahrersitz verkleidet hat und damit die Szenen gedreht werden konnten, in denen Kit autonom fährt. Hat man ihn aber einmal gesehen, konnte er nicht mehr ungesehen gemacht werden. Immerhin, irgendwann konnte K.I.T.T seine Scheiben tönen, so fiel der Sack nicht mehr ganz so auf.

Trotzdem dass die Stunts und die Perücken der Stuntfahrer mit fortschreitender Episodenzahl immer billiger wurden, tat dies dem Erfolg der Serie keinen Abbruch. Und immer wieder bzw. sicher bei jeder Staffel einmal wurde K.I.T.T. entweder von einem bösen Truck (Goliath) kaputtgefahren, in einer Säuregrube aufgelöst, von einem Panzer demoliert oder er musste sich seinem Erzfeind, K.A.R.R stellen, der ungeliebte Zwillingsbruder mit der Zweifarbenlackierung.

Such den Sack!

Michael! Die Versicherung wird ausflippen!
Und damit blieb die Serie eigentlich auch immer spannend, zumindest für mich als Neunjähriger. Neben den eher lahmen Folgen, in denen Michael hauptsächlich alten Damen über die Strasse hilft, ging's auch mal um Leben oder Tod. Und K.I.T.T. ging des Öfteren so richtig drauf. Backups kannte man damals noch nicht so wirklich.

Für mich persönlich wurde K.I.T.T. zum Schluss aber nicht von einem Bösewicht oder falsch geparkten Bagger getötet, sondern von den Produzenten.

Mit Unterbodenbeleuchtung!

Spoileralarm!!!
Kurz vor Ende der Serie verpasste man dem Auto auch noch Spoilerkrebs im Endstadium. Dazu wurden die Aufnahmen immer mehr in doppelter Geschwindigkeit abgespielt, was dem Auftritt eher Slapstick als Action verlieh. Und damit sah der sonst eigentlich ziemlich dezente Pontiac so lächerlich aus, wie diese beiden:

Die Hosen! Bwaaaahahaaaa!!!
Und auch, dass man aus dem Pontiac ein Cabrio gemacht hat, machte die Einfallslosigkeit der Produzenten nicht weniger schlimm.

Um Himmels Willen!
Die Serie war regelrecht ausgelutscht und die Konkurrenz schlief ja auch nicht. Zur selben Sendezeit lief dann auch noch irgendwo MacGyver, das A-Team oder Ein Colt für alle Fälle in der Wiederholung. Damit bin ich dann noch vor der letzten Folge abgesprungen, meine Helden sahen mittlerweile aus wie eine Schampoowerbung und die erste Evolutionsstufe von Fast&Furious.

Heute...
seh ich mir ab und zu gerne mal wieder eine Folge an. Und meine Freundin ist jeweils abwechselnd schockiert, beeindruckt und etwas angewidert, wenn ich die Textstellen der jeweiligen Folgen noch fehlerfrei zitieren kann. Heute seh' ich den Hoff und seinen zickigen Begleiter mit anderen Augen, nach heutigen Massstäben ist Knight Rider unfreiwillig komisch und immer für den einen oder anderen Lacher gut. Den Hoff schätze ich als jemanden, der mit einer gesunden Portion Selbstironie über seinem Lebenswerk steht und sich für nichts zu schade ist. Und der TransAm, naja, in echt ja kein Auto dass man unbedingt mal gefahren sein muss. Aber, egal wo man mit dem roten Lauflicht im Kühler auftauchen würde, eine riesige Menschenansammlung wäre einem innert kürzester Zeit gewiss. Und was meine imaginäre Garage anbelangt, es wäre einfach Porno, wenn irgendwo in einer Ecke im Dunkeln jenes rote Lauflicht von links nach rechts und wieder zurück springt.

Für die, die jetzt Lust gekriegt haben einen Folge zu kucken, hier gibts alles davon!
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Über Duck@Cars

Mit dem Drehmomentschlüssel in der Hand zur Welt gekommen, aufgezogen mit Super verbleit. Wenn andere mit Lego gespielt haben, hat er Reifen gestapelt. Das ist Duck. Und das ist Quatsch. Tatsächlich ein Bürohengst der IT-Sorte, gerne und viel unterwegs und noch viel lieber hinter seinem Instrument. Benzin im Blut. Maschinen im Kopf. Rad ab.

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